Reinigen eines Marantz 4300 Quadro Receivers

Den Marantz 4300 Receiver habe ich von einem Kollegen erhalten (danke Andi). Er war äußerlich in einem sehr schmutzigen Zustand. Technisch hat er auch einige Probleme: Die Skalenbeleuchtung funktioniert nicht, fast alle Potis kratzen, die Schalter haben Kontaktprobleme, der Drehko knistert. Außerdem ist ein Abgleich der Arbeitspunkte der vier Endstufen notwendig.

Der Receiver arbeitet mit 230V Wechselstrom. Dies ist lebensgefährlich! Arbeiten dürfen nur im spannungslosen Zustand durchgeführt werden.

Das ServiceManual gibt’s hier.

Marantz 4300 reinigen

Marantz 4300: Receiver im Ursprungszustand
Receiver im Ursprungszustand
Marantz 4300: Receiver im Ursprungszustand
Receiver im Ursprungszustand
Marantz 4300: Receiver im Ursprungszustand
Receiver im Ursprungszustand

Die Grundreinigung erfolgt mit Pinsel und Staubsauger. Die großen Blechabdeckungen und die Bodenplatte werden demontiert und mit einer milden Seifenlauge gereinigt. Die Knöpfe können damit auch gleich gereinigt werden. Große Flächen wie die Rückwand, der Trafo und die großen Elkos werden ebenfalls mit dieser Lauge behandelt. Die Frontblende habe ich mit “biff Bad-Reiniger” eingesprüht. Nach 15 Minuten Einwirkzeit kann der Schaum abgespült werden. Der Schmutz geht dann ohne Probleme ab.

Wenn der Receiver schon mal zerlegt ist, kann jetzt auch gleich die Skalenbeleuchtung erneuert werden. Nach dem Lösen zweier Schrauben kann die Platine, die die Lampen trägt nach hinten weggezogen werden. Dies ist nicht so leicht, da der Receiver ziemlich vollgestopft ist und es dort sehr beengt zugeht. Es werden sechs Pilotlampen 8V, 150mA benötigt. Es sollte jetzt überprüft werden, ob die Anzeigelampen für Stereo, Phono, Tape usw. noch funktionieren. Die können bei dieser Gelegenheit auch ersetzt werden.
Die Potis werden gereinigt, indem in das Gehäuse des jeweiligen Potis Kontakt61 gesprüht wird und sie mehrere Male von Anschlag bis Anschlag gedreht werden. In der gleichen Weise wird auch mit den Schaltern verfahren.

Gegen das Knistern des Drehkos hilft Tuner600. Dieses wird an die Schleifkontakte gesprüht und der Drehko wird einige Male komplett von links nach rechts und wieder zurück gedreht. Der Reiniger sollte komplett abtrocknen bevor der Receiver wieder in Betrieb genommen wird. Dies kann mehrere Stunden dauern.

Marantz 4300: BIAS einstellen
BIAS einstellen

Die Einstellung von Bias und DC-Offset werden ohne Eingangssignal (Eingangswahlschalter Tape, Lautstärke 0) durchgeführt.

Der Ruhestrom der Endstufentransistoren (Bias) wird indirekt über den Emitterwiderstand ermittelt. Dazu wird das Multimeter an dem Doppelkeramikwiderstand angeschlossen (dafür sind die Anschlussbeinchen an einer Seite als Schlaufe gelegt). Hier sollte eine Spannung von 12mV anliegen. Ist das nicht so, kann dies mit dem jeweils innen liegenden Poti korrigiert werden (siehe Bild). Diese Einstellung wird für alle vier Endstufen vorgenommen.

Marantz 4300: DC-Offset links einstellen
DC-Offset links einstellen
Marantz 4300: DC-Offset rechts einstellen
DC-Offset rechts einstellen

Der DC-Offset sollte im Idealfall 0V betragen. Um das einzustellen wird das Multimeter mit den Lautsprecherklemmen verbunden. Die entsprechenden Lautsprecher (Speaker Main/Remote) müssen eingeschaltet werden. Die gemessene Spannung wird dann auf 0V (realistisch ±5mV) eingestellt. Die Lage der Potis ist auf den Bildern erkennbar. Wichtig ist noch, dass der Receiver auf Vierkanalbetrieb eingestellt ist. Wenn alles eingestellt ist, sollte die Biaseinstellung nochmals kontrolliert und eventuell nachgestellt werden. Alle Einstellungen sollten nach zwei Stunden Betrieb erneut kontrolliert werden.

Fazit

Marantz 4300: fertig
fertig
Marantz 4300: fertig
fertig

Jetzt glänzt wieder alles. Der Receiver ist staubfrei. Das Aluminium ist sauber. Die Potis und Schalter funktionieren wieder einwandfrei. Alle Lämpchen funktionieren. Die Sendereinstellung funktioniert wieder ohne Knistern.

Der Marantz 4300 ist ein riesiger Receiver. Er ist vollgestopft mit Technik. Es macht einfach Freude, an diesen vielen Knöpfen zu drehen und zu drücken.

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